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Migration in der Serengeti und in der Masai Mara

Migration in der Serengeti und in der Masai Mara

Die jährliche Tierwanderung vom tanzanischen Serengeti Nationalpark bis zum kenyanischen Masai Mara Reservat ist ein grossartiges Naturschauspiel. Der Zyklus wird als «Migration» bezeichnet und ist die letzte intakte und natürliche Massenwanderung von Wildtieren auf der Erde.

Auf der Suche nach Nahrung ziehen bis zu zwei Millionen Gnus, etwa 250'000 Zebras, unzählige Antilopen und Gazellenarten quer durch das über 14'000 km2 grosse Gebiet. Ihnen folgen Löwen, Hyänen und Schakale, und in den Flüssen Grumeti und Mara, die überquert werden, lauern Krokodile.

Nebst den wandernden Herden bleibt eine stattliche Anzahl Tiere das ganze Jahr im Serengeti Nationalpark und im Masai Mara Reservat zurück, was eine Safari ganzjährig zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Nachfolgend eine unverbindliche Übersicht über die weit über 1'000 km lange Migration. Je nach Niederschlagsmenge können die Wanderungen jährlich ein bis zwei Monate variieren.

Jahresanfang

Nach der kleinen Regenzeit versammeln sich grosse Gnu- und Zebraherden in den Serengeti Plains. Das Gras ist saftig grün und die Seen bieten reichlich Wasser. Tausende Zebrafohlen und Gnukälber werden geboren, die Savanne ist nun ein flimmerndes Meer von über einer Million Grasfressern. Da die Jungtiere bereits wenige Minuten nach der Geburt auf eigenen Beinen stehen, sind sie die bevorzugte Beute von Raubtieren, die den Herden folgen. Bis April grasen die Tiere systematisch die südöstliche Savanne ab und bewegen sich nur langsam.

Grosser Marsch

Nach langen Regenfällen setzt im Mai der Beginn des grossen Marsches ein. Die Serengeti Plains können sich nicht mehr schnell genug regenerieren, die Jungtiere sind nun bereit für längere Wanderungen. Allen voran bewegen sich die Gnus in Richtung Western Corridor, wo neue grüne Grasflächen und Wasserflächen warten. In nur wenigen Tagen findet ein Massenexodus statt, der eine leere Ebene hinterlässt. Tiere, die aus Altersgründen oder verletzungsbedingt nicht mithalten können, werden zur leichten Beute der lauernden Raubtiere.

Sommer

Im Juni/Juli starten einige hunderttausend Gnus zum spektakulären «River Crossing» über den Grumeti-River. Das Flusswasser ist zu diesem Zeitpunkt flach genug für eine Überquerung, die Tiere setzen die Wanderung gegen Norden fort. Im seichten Wasser warten allerdings gewaltige, bis über fünf Meter lange Nilkrokodile auf ihre Opfer.

Bis September ziehen die Herden nun langsam Richtung Norden durch die Grumeti und Ikorongo Game Reserves, durch die Seronera und westliche Lobo Area. Sie überqueren den Mara River, und auch hier erwischen lauernde Krokodile wieder einige Gnus und Zebras. Schlussendlich sie sich im kenianischen Masai Mara National Park und halten sich hier bis zum Beginn der kleinen Regenzeit auf.

Herbst

Es wird Zeit, nach Tanzania zurückzukehren. Innerhalb eines Monats wandern die Tiere in zügigem Tempo über zahlreiche, durch erneute Regenfälle angeschwollene Flüsse etwa 300 Kilometer zurück Richtung Süden. Am Mara wie auch am Grumeti River wird einigen von ihnen nun das tiefe Wasser zum Verhängnis. Die anderen landen zur Jahresende wieder in den südöstlichen Serengeti Plains, wo frisches Gras zu wachsen beginnt. Die im Uhrzeigersinn stattfindende Migration endet und ein neuer Wanderzyklus nimmt seinen Lauf.

Karte Migration
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